Rivaroxaban: Wirkung, Anwendung und Nebenwirkungen
Rivaroxaban ist ein direkter oraler Antikoagulans (DOAK), das die Bildung von Blutgerinnseln verhindert, indem es den Faktor Xa blockiert. Es wird eingesetzt zur Schlaganfall- und Embolieprophylaxe bei Vorhofflimmern, zur Behandlung und Prävention von tiefen Venenthrombosen und Lungenembolien sowie zur Vermeidung von Blutgerinnseln nach Operationen.
Anwendungsgebiete
- Schlaganfallprävention und Embolieverhinderung bei nicht-valvulärem Vorhofflimmern mit Risikofaktoren
- Behandlung und Vorbeugung von tiefen Venenthrombosen (TVT) und Lungenembolien (LE)
- Thromboseprophylaxe nach Hüft- und Knie-Operationen
- Kombinationstherapie bei akutem Koronarsyndrom und erhöhten Herzmarkern
- Prophylaxe bei koronarer Herzkrankheit oder peripherer arterieller Verschlusskrankheit (PAVK)
- Behandlung und Vorbeugung von venösen Thromboembolien bei Kindern und Jugendlichen nach vorangegangener Heparintherapie
Wirkungsweise
Rivaroxaban blockiert den Faktor Xa, ein zentrales Enzym der Blutgerinnung, wodurch die Bildung von Thrombin und damit von stabilen Blutgerinnseln verhindert wird. So wird die Bildung von gefährlichen Gerinnseln unterbunden.
Dosierung, Einnahme und Dauer
2,5 mg oder 10 mg können unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden, 15 mg und 20 mg sind mit einer Mahlzeit einzunehmen. Die Tabletten können, falls notwendig, zerstoßen und mit Wasser, Apfelsaft oder Apfelmus eingenommen werden.
Die Einnahmehäufigkeit (ein- oder zweimal täglich) und Therapiedauer richtet sich nach der jeweiligen Indikation und ärztlicher Anweisung.
Häufige Nebenwirkungen
- Blutungen (z.B. Nasen- und Zahnfleischbluten, Magen-Darm-Blutungen)
- Blutarmut
- Übelkeit
- Erhöhte Leberenzyme
- Hautausschläge
- Schwindel, Kopfschmerzen
- Blutergüsse und niedriger Blutdruck
Wechselwirkungen
Einige Medikamente können die Wirkung von Rivaroxaban verstärken und das Blutungsrisiko erhöhen, darunter bestimmte Antimykotika, antivirale Medikamente, Antibiotika, ASS, Blutdruckmedikamente sowie bestimmte Antidepressiva. Andere können die Wirkung vermindern. Informieren Sie Ihren Arzt über alle eingenommenen Arzneimittel.
Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen
- Schwere Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 15 ml/min)
- Aktive schwere Lebererkrankungen mit Blutungsrisiko
- Bekannte Überempfindlichkeit gegen Rivaroxaban
- Gleichzeitige Anwendung anderer Antikoagulanzien
- Schwangerschaft und Stillzeit
- Sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung bei eingeschränkter Leber-/Nierenfunktion und bei älteren Patienten
Ernährung und Hinweise
Grapefruit, Knoblauch, Ingwer, Ginkgo, Omega-3-Fettsäuren und weitere Nahrungsergänzungsmittel können die Wirkung beeinflussen. Konsultieren Sie Ihren Arzt darüber.