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Metoprolol: Kardioselektiver Betablocker für Herz und Kreislauf

Metoprolol wirkt gezielt am Herzen, senkt Blutdruck und Herzfrequenz und entlastet das Herz. Dieses Medikament wird bei verschiedenen Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt und gehört zu den wichtigsten Herzmedikamenten weltweit.

Wirkungsweise von Metoprolol

Metoprolol ist ein kardioselektiver Betablocker, der hauptsächlich die β1-Adrenozeptoren im Herzmuskel blockiert. Dadurch wird die Wirkung der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin gedämpft:

  • Reduktion der Herzfrequenz (negativ chronotrop)
  • Verringerung der Herzmuskelkraft (negativ inotrop)
  • Verzögerung der Reizleitung im Herzen (negativ dromotrop)

Zusammen bewirkt dies eine Beruhigung des Herz-Kreislauf-Systems mit Blutdrucksenkung und reduziertem Sauerstoffbedarf des Herzens.

Durch die kardioselektive Wirkung entfällt eine wesentliche Beeinträchtigung der Lunge, wie sie bei unselektiven Betablockern manchmal vorkommt.

Anwendung und Dosierung

Metoprolol wird in verschiedenen Dosierungen und Formen eingenommen:

  • Retardtabletten: Einmal täglich, häufige Dosen zwischen 23,75 mg und 190 mg
  • Normale Tabletten: Mehrfach täglich, z.B. 50 mg oder 100 mg

Die Einnahme sollte nach einer Mahlzeit erfolgen, unzerkaut mit ausreichend Wasser. Die Therapie startet mit niedriger Dosis und wird bei Bedarf langsam gesteigert.

Beim Absetzen beachten: immer ausschleichen lassen, um Rebound-Effekte zu vermeiden.

Bei vergessener Dosis: sobald möglich nachholen oder beim nächsten regulären Termin weitermachen - keine doppelte Dosis an einem Tag.

Häufige Nebenwirkungen

  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Schwindel, insbesondere beim Aufstehen
  • Bradykardie (langsamer Puls)
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Atemnot bei Belastung
  • Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen
  • Selten: Haarausfall, Potenzstörungen, Mundtrockenheit

Wechselwirkungen

Metoprolol kann die Wirkung und Nebenwirkungen anderer Medikamente beeinflussen. Informationen zu Wechselwirkungen sind besonders wichtig bei:

  • Blutdruckmedikamenten (ACE-Hemmer, Diuretika, Calciumantagonisten, andere Betablocker)
  • Antidiabetika (Insulin, Sulfonylharnstoffe)
  • Antiarrhythmika
  • Antidepressiva (z. B. Citalopram)
  • Asthmamedikamenten (Salbutamol, Salmeterol)

Informieren Sie Ihren Arzt über alle eingenommenen Medikamente.

Kontraindikationen

  • Schwere Bradykardie, AV-Block II./III. Grades ohne Schrittmacher
  • Kardiogener Schock
  • Asthma bronchiale mit Bronchospasmus
  • Schwere periphere Durchblutungsstörungen (z. B. fortgeschrittenes Raynaud-Syndrom)
  • Allergie gegen Metoprolol oder andere Betablocker

Besondere Hinweise

Patienten mit Diabetes sollten beachten, dass Metoprolol Warnzeichen einer Hypoglykämie verschleiern kann.

Bei Lebererkrankungen kann eine Dosisanpassung nötig sein.

Ältere Patienten reagieren sensibler auf Metoprolol und sollten vorsichtig dosiert werden.

Vor Operationen informieren Sie bitte das Behandlungsteam über Ihre Medikation.

Schwangerschaft und Stillzeit

Metoprolol kann während der Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden, wenn es medizinisch notwendig ist, jedoch sollten Wachstum und Zustand des Kindes überwacht werden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Metoprolol blockiert β1-Rezeptoren im Herzen und reduziert so Herzfrequenz, Kraft und Blutdruck.

Bei schweren Herzleitungsstörungen, schweren Asthma, kardiogenem Schock oder Überempfindlichkeit gegen Metoprolol.

Einmal täglich, unzerkaut nach Mahlzeit mit Wasser. Tabletten nicht zerbrechen außer Anweisung.

Häufig Müdigkeit, Schwindel, langsamer Puls, gelegentlich Magenbeschwerden oder Potenzstörungen.

Ja, aber Kombinationen mit anderen Herz- und Blutdruckmedikamenten erfordern ärztliche Überwachung.

Nehmen Sie die Dosis sobald wie möglich nach oder überspringen Sie sie, wenn die nächste nah ist. Keine Dosis verdoppeln!

Medizinisch geprüft | Stand:

Quellen: DocMorris Ratgeber, NetDoktor, PharmaWiki, Apotheken Umschau, Deutsche Herzstiftung

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