Weltnierentag 2025: „Sind Ihre Nieren in Ordnung?" – Diese Frage betrifft jeden von uns. Nierenerkrankungen entwickeln sich oft schleichend und unbemerkt. Doch die gute Nachricht: Früherkennung und moderne Therapien können Ihre Nieren wirksam schützen. Selbst bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz gibt es heute Behandlungen, die das Fortschreiten stoppen und Ihre Lebensqualität erhalten können.
Warum Nierengesundheit so wichtig ist
Ihre Nieren sind wahre Hochleistungsorgane: Sie filtern täglich etwa 1.800 Liter Blut, produzieren rund 180 Liter Primärharn und scheiden 1,5 bis 2 Liter Endharn aus. Dabei entfernen sie Abfallstoffe, regulieren den Wasser- und Elektrolythaushalt, steuern den Blutdruck und produzieren wichtige Hormone für Blutbildung und Knochenstoffwechsel.
In Deutschland leiden etwa 8–10 Millionen Menschen an chronischen Nierenerkrankungen – viele ohne es zu wissen. Das Problem: Nierenerkrankungen verursachen lange Zeit keine Beschwerden. Erst wenn mehr als 50 % der Nierenfunktion verloren ist, treten erste Symptome auf.
Nierensteine: Ursachen, Symptome und moderne Behandlung
Nierensteine (Nephrolithiasis) sind die häufigste Nierenerkrankung. Etwa 5 % der Bevölkerung entwickeln mindestens einmal im Leben einen Nierenstein. Männer sind doppelt so häufig betroffen wie Frauen.
Wie entstehen Nierensteine?
Nierensteine bilden sich, wenn bestimmte Substanzen im Urin auskristallisieren. Die häufigsten Typen:
- Kalziumoxalatsteine (75 %): Entstehen bei hoher Oxalatzufuhr (Spinat, Rhabarber, Schokolade) oder zu wenig Flüssigkeit.
- Harnsäuresteine (15 %): Typisch bei Gicht, purinreicher Ernährung (Fleisch, Innereien) oder übersäuertem Urin.
- Struvitsteine (10 %): Entstehen bei bakteriellen Harnwegsinfekten.
- Cystinsteine (selten): Angeboren, durch Stoffwechselstörung.
Risikofaktoren für Nierensteine
- Flüssigkeitsmangel: Wichtigster Risikofaktor! Zu wenig Trinken führt zu konzentriertem Urin.
- Ungesunde Ernährung (zu viel Salz, tierisches Eiweiß, Oxalat)
- Übergewicht und Bewegungsmangel
- Stoffwechselerkrankungen (Gicht, Diabetes, Hyperparathyreoidismus)
- Familiäre Veranlagung
- Häufige Harnwegsinfekte
- Bestimmte Medikamente (z. B. harntreibende Mittel, Kalziumpräparate)
- Anatomische Besonderheiten der Harnwege
Symptome: Die Nierenkolik
Kleine Steine (unter 5 mm) verursachen oft keine Beschwerden und gehen spontan ab. Größere Steine können den Harnleiter blockieren und lösen dann eine Nierenkolik aus:
- Plötzlich einsetzende, wellenförmige Schmerzen in der Flanke
- Ausstrahlung in Leiste, Genitalbereich oder Oberschenkel
- Übelkeit und Erbrechen
- Unruhe und Bewegungsdrang
- Blut im Urin (Hämaturie)
- Häufiger Harndrang bei geringer Urinmenge
Notfall! Bei starken, anhaltenden Schmerzen, Fieber, Schüttelfrost oder vollständiger Harnsperre suchen Sie sofort die Notaufnahme auf. Eine Infektion plus Harnstau kann lebensbedrohlich sein (Urosepsis).
Diagnose und Behandlung
Diagnostik: Ultraschall, Röntgen, CT (präziseste Methode), Urinanalyse, Blutuntersuchung.
Konservative Behandlung (kleine Steine bis 5–6 mm)
- Viel trinken: Mindestens 2,5 bis 3 Liter täglich – spült kleine Steine aus.
- Schmerztherapie: NSAR wie Diclofenac oder Ibuprofen, bei starken Schmerzen Opioide.
- Alphablocker: Medikamente wie Tamsulosin entspannen die Harnleitermuskulatur und erleichtern den Steinabgang.
- Bewegung: Treppensteigen, Hüpfen – fördert die Steinwanderung.
Erfolgsrate: 80 % der Steine unter 5 mm gehen innerhalb von 4 Wochen spontan ab.
Interventionelle Behandlung (große oder festsitzende Steine)
- Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL): Schallwellen zertrümmern den Stein von außen – ambulant, schmerzarm. Erfolgsr ate: 60–85 %.
- Ureterorenoskopie (URS): Endoskop durch Harnröhre und Blase zum Stein – Zertrümmerung mit Laser. Erfolgsrate: über 95 %.
- Perkutane Nephrolitholapaxie (Mini-PNL): Bei sehr großen Nierensteinen (über 2 cm). Kleiner Hautschnitt in der Flanke, Stein wird endoskopisch entfernt. Erfolgsrate: über 90 %.
Prävention: So vermeiden Sie Nierensteine
- Trinken, trinken, trinken: 2,5–3 Liter täglich – am besten Leitungswasser, Mineralwasser oder Kräutertees. Ziel: heller, fast farbloser Urin.
- Kalziumreiche Ernährung: Klingt paradox, aber Kalzium bindet Oxalat im Darm und verhindert so Kalziumoxalatsteine. 1000–1200 mg Kalzium täglich (Milchprodukte, Brokkoli, Sesam).
- Oxalatreiche Lebensmittel reduzieren: Spinat, Rhabarber, Mangold, Rote Bete, Nüsse, Schokolade, schwarzen Tee.
- Weniger tierisches Eiweiß: Maximal 0,8–1 g pro kg Körpergewicht täglich. Pflanzliches Eiweiß bevorzugen.
- Salzarm essen: Maximal 5 g Salz pro Tag – Salz erhöht die Kalziumausscheidung.
- Normalgewicht halten: Übergewicht erhöht das Steinrisiko um 30–50 %.
- Bewegung: Regelmäßiger Sport verhindert Steinbildung und fördert Steinabgang.
- Zitronensaft: Zitrat verhindert Kristallbildung. Täglich 100 ml frisch gepressten Zitronensaft trinken.
Wichtig: Nach dem ersten Nierenstein liegt das Rückfallrisiko bei 50 % innerhalb von 10 Jahren! Lassen Sie Ihren Stein chemisch analysieren und eine Stoffwechseluntersuchung durchführen. So können Sie gezielt vorbeugen.
Nierenstau (Hydronephrose): Wenn der Harnabfluss gestört ist
Nierenstau (Hydronephrose) bezeichnet die Aufweitung des Nierenbeckenkelchsystems durch einen gestörten Harnabfluss. Bleibt die Blockade bestehen, wird das Nierengewebe durch den Rückstau geschädigt – bis hin zum kompletten Funktionsverlust.
Ursachen für Nierenstau
Häufigste Ursachen:
- Nierensteine (50 %): Blockieren den Harnleiter teilweise oder komplett.
- Schwangerschaft: Die wachsende Gebärmutter drückt auf die Harnleiter – meist rechtsseitig, verschwindet nach der Geburt.
- Tumore: Gutartige oder bösartige Tumore in Blase, Prostata, Gebärmutter oder Darm können Harnleiter einengen.
- Vergrößerte Prostata (BPH): Bei Männern über 50 – blockiert den Blasenausgang.
- Harnleiterstrikturen: Vernarbungen nach Operationen, Bestrahlungen oder Entzündungen.
- Angeborene Fehlbildungen: Harnleiterenge, Klappenbildungen – vor allem bei Kindern.
- Vesikoureteraler Reflux: Rückfluss von Urin aus der Blase in die Niere.
Symptome
Bei akutem Nierenstau: Nierenkolik-ähnliche Schmerzen, Übelkeit, Fieber (bei Infektion). Bei chronischem Nierenstau: oft lange Zeit keine Beschwerden, später dumpfe Flankenschmerzen, Bluthochdruck, verringerte Urinmenge.
Diagnose
- Ultraschall: Zeigt erweiterte Nierenbecken und Nierenkelche.
- CT oder MRT: Lokalisiert die Ursache der Blockade.
- Ausscheidungsurographie: Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel.
- Nierenfunktionswerte: Kreatinin, GFR – zeigen Ausmaß der Nierenschädigung.
Behandlung
Akuttherapie bei Nierenstau:
- Harnleiterschiene (Doppel-J-Katheter): Wird endoskopisch eingelegt und umgeht die Blockade.
- Perkutane Nephrostomie: Katheter durch die Haut direkt in das Nierenbecken – bei vollständiger Blockade oder Infektion.
- Schmerztherapie: NSAR, Spasmolytika.
Kausale Therapie: Behandlung der Grunderkrankung – Steinentfernung, Tumor-OP, Prostataverkleinerung, Korrektur von Fehlbildungen.
Wichtig: Unbehandelter Nierenstau führt innerhalb von Wochen zu irreversibler Nierenschädigung. Bei beidseitigem Nierenstau droht akutes Nierenversagen – lebensbedrohlich!
Diabetes und Nieren: Die diabetische Nephropathie
Diabetes ist die häufigste Ursache chronischer Nierenerkrankungen in Deutschland. 30–40 % aller Diabetiker entwickeln im Laufe der Zeit eine Nierenschädigung (diabetische Nephropathie). Diabetes ist für 40 % aller Dialysefälle verantwortlich.
Wie Diabetes die Nieren schädigt
Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte schädigen die feinen Blutgefäße der Nierenkörperchen (Glomeruli). Die Folge: Die Filterfunktion lässt nach, Eiweiße treten in den Urin über (Albuminurie), der Blutdruck steigt, und es kommt zu Vernarbungen (Fibrose) des Nierengewebes.
Früherkennung ist entscheidend
Screening für Diabetiker:
- Albuminurie-Test: Jährlich! Nachweis von Albumin im Urin – frühester Hinweis auf Nierenschädigung.
- GFR-Bestimmung: Berechnet aus Kreatinin-Wert – zeigt Nierenfunktion.
- HbA1c-Wert: Langzeit-Blutzuckerkontrolle – Ziel: unter 7 % (53 mmol/mol).
- Blutdruck: Ziel: unter 140/90 mmHg, bei Albuminurie unter 130/80 mmHg.
Stadien der diabetischen Nephropathie
| Stadium | Albuminurie | GFR (ml/min) | Maßnahmen |
|---|---|---|---|
| 1 – Hyperfiltration | Keine | > 90 | Blutzucker- und Blutdruckkontrolle |
| 2 – Mikroalbuminurie | 30–300 mg/g | > 60 | ACE-Hemmer/Sartane + SGLT2-Hemmer |
| 3 – Makroalbuminurie | > 300 mg/g | 30–59 | Intensivierte Therapie + Finerenon |
| 4 – Niereninsuffizienz | Ausgeprägt | 15–29 | Vorbereitung auf Dialyse/Transplantation |
| 5 – Nierenversagen | Sehr hoch | < 15 | Dialyse oder Transplantation |
Revolutionäre neue Therapien 2025
Bahnbrechende Fortschritte: In den letzten Jahren wurden zwei Medikamentenklassen zugelassen, die das Fortschreiten der diabetischen Nephropathie dramatisch verlangsamen können. Zusammen mit optimaler Blutzucker- und Blutdruckkontrolle können diese Therapien das Dialyserisiko halbieren!
SGLT2-Hemmer – Die neue Standardtherapie
SGLT2-Inhibitoren (Dapagliflozin/Forxiga®, Empagliflozin/Jardiance®) waren ursprünglich Diabetes-Medikamente. Heute sind sie die wichtigste nierenschützende Therapie – auch bei Nicht-Diabetikern!
Wie wirken sie?
- Blockieren die Rückresorption von Zucker und Salz in der Niere
- Senken den Druck in den Nierenkörperchen (wie ACE-Hemmer)
- Reduzieren Blutdruck und Körpergewicht
- Wirken entzündungshemmend und antifibrotisch
DAPA-CKD-Studie 2021/2025: Dapagliflozin reduzierte bei chronischer Nierenerkrankung (mit und ohne Diabetes) das Risiko für:
- GFR-Abfall um 50 % oder Dialyse: -39 %
- Kardiovaskuläre Todesfälle: -29 %
- Krankenhausaufenthalte wegen Herzinsuffizienz: -36 %
SGLT2-Hemmer sind seit 2024 Kassenleistung bei chronischer Nierenerkrankung – auch ohne Diabetes!
Für wen? Alle Diabetiker mit Albuminurie über 30 mg/g, alle Patienten mit chronischer Nierenerkrankung ab Stadium 2.
Einnahme: 1 Tablette täglich – Dapagliflozin 10 mg oder Empagliflozin 10 mg.
Nebenwirkungen: Genitale Pilzinfektionen (10 %), Harnwegsinfekte (leicht erhöht), Volumenmangel bei älteren Patienten. Sehr selten: Ketoazidose.
Finerenon (Kerendia®) – Der neue Mineralokortikoid-Antagonist
Finerenon ist seit 2022 zugelassen für Typ-2-Diabetiker mit chronischer Nierenerkrankung und Albuminurie. Es blockiert den Mineralokortikoidrezeptor und reduziert so Entzündung und Vernarbung der Nieren.
FIDELIO-DKD-Studie 2020/2025: Finerenon zusätzlich zu ACE-Hemmern/Sartanen reduzierte:
- Nierenversagen oder GFR-Abfall um 40 %: -18 %
- Kardiovaskuläre Ereignisse: -14 %
CONFIDENCE-Studie 2025: Kombination Finerenon + Empagliflozin senkt Albuminurie um 38 % – synergistischer Effekt! Diese Kombination wird zukünftig Standard.
Einnahme: 10–20 mg täglich (je nach Nierenfunktion).
Wichtig: Regelmäßige Kalium-Kontrollen – Finerenon kann Kalium erhöhen.
Weitere wichtige Maßnahmen
- ACE-Hemmer oder Sartane: Basis-Therapie – senken Blutdruck und schützen Nieren.
- Optimale Blutzuckerkontrolle: HbA1c-Ziel 6,5–7,0 % – reduziert Risiko um 30 %.
- Blutdruckkontrolle: Ziel < 130/80 mmHg bei Albuminurie.
- Salzarme Ernährung: Maximal 5 g Salz pro Tag.
- Eiweißreduzierte Kost: 0,8 g/kg Körpergewicht täglich ab Stadium 3.
- Rauchstopp: Rauchen verdoppelt das Risiko für Nierenversagen!
- Gewichtsreduktion: Jedes verlorene Kilo entlastet die Nieren.
Chronische Niereninsuffizienz: Stadien und Symptome
Chronische Niereninsuffizienz (CKD) bedeutet, dass die Nierenfunktion dauerhaft eingeschränkt ist. Die Einteilung erfolgt nach der GFR (Glomeruläre Filtrationsrate).
Die 5 Stadien der chronischen Niereninsuffizienz
| Stadium | GFR (ml/min) | Nierenfunktion | Symptome |
|---|---|---|---|
| 1 | > 90 | Normal mit Nierenschädigung | Keine |
| 2 | 60–89 | Leicht eingeschränkt | Meist keine |
| 3a 3b |
45–59 30–44 |
Mäßig eingeschränkt | Müdigkeit, Bluthochdruck, leichte Ödeme |
| 4 | 15–29 | Stark eingeschränkt | Übelkeit, Appetitlosigkeit, Juckreiz, Kurzatmigkeit, Ödeme |
| 5 | < 15 | Nierenversagen | Ausgeprägte Urämiesymptome – Dialyse nötig |
Typische Symptome nach Stadien
Stadium 1–2: Meist symptomfrei. Diagnose meist zufällig bei Routine-Blutuntersuchung.
Stadium 3:
- Erhöhter Blutdruck
- Verminderte Leistungsfähigkeit, Müdigkeit
- Leichte Ödeme an Beinen oder Augenlidern
- Blutarmut (Anämie)
- Knochenschmerzen (gestörter Vitamin-D-Stoffwechsel)
Stadium 4–5:
- Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen
- Starker Juckreiz (urämisches Pruritus)
- Wassereinlagerungen (Lunge, Beine, Gesicht)
- Kurzatmigkeit bei Belastung
- Konzentrationsstörungen, Verwirrtheit
- Muskelkrämpfe, Restless-Legs-Syndrom
- Gelblich-braune Hautverfärbung
- Urämischer Foetor (Ammoniakgeruch aus dem Mund)
- Herzrhythmusstörungen durch Kalium- und Elektrolytstörungen
Achtung: Ab Stadium 4 ist eine Vorbereitung auf Nierenersatztherapie (Dialyse oder Transplantation) nötig. Die Behandlung sollte durch einen Nephrologen erfolgen.
Behandlung nach Stadien
Stadium 1–3:
- Grunderkrankung behandeln (Diabetes, Bluthochdruck)
- ACE-Hemmer oder Sartane
- SGLT2-Hemmer (ab Albuminurie > 30 mg/g)
- Bei Diabetes + Albuminurie: zusätzlich Finerenon
- Salzreduktion, eiweißreduzierte Kost
- Nephrotoxische Medikamente meiden (NSAR, Kontrastmittel)
Stadium 4: Zusätzlich:
- Phosphatbinder (gegen Knochenerweichung)
- Erythropoietin (gegen Blutarmut)
- Vorbereitung auf Dialyse: Shunt-Anlage, Aufklärung über Verfahren
Stadium 5:
- Hämodialyse: 3x wöchentlich je 4–5 Stunden im Dialysezentrum
- Peritonealdialyse: Zu Hause, täglich – mehr Unabhängigkeit
- Nierentransplantation: Beste Option – 10-Jahres-Überlebensrate über 90 %
Empfehlungen von apo-versand für gesunde Nieren
Nahrungsergänzung bei Nierenerkrankungen
Wichtig: Sprechen Sie vor Einnahme mit Ihrem Arzt – nicht alle Präparate sind bei Nierenerkrankung geeignet!
- Vitamin D3 (1000–2000 IE): Fast alle Nierenkranken haben Vitamin-D-Mangel. Wichtig für Knochenstoffwechsel und Immunsystem.
- Omega-3-Fettsäuren (1–2 g täglich): Entzündungshemmend, schützen Herz und Gefäße.
- B-Vitamine: Besonders Folsäure und B12 – werden bei Dialyse vermehrt ausgewaschen.
- Zitrat-Präparate (Kaliumcitrat): Vorbeugung gegen Nierensteine, entsäuert den Urin.
Was Sie meiden sollten bei Nierenerkrankung
- NSAR (Ibuprofen, Diclofenac): Schädigen die Nieren direkt – nur nach Rücksprache!
- Hochdosierte Vitamin-C-Präparate: Können Nierensteine fördern.
- Kalium-Supplemente: Gefährlich ab Stadium 3 – Herzrhythmusstörungen!
- Pflanzliche Diuretika: Können Elektrolyte entgleisen lassen.
- Kontrastmittel: Nur wenn unbedingt nötig, mit Prophylaxe.
Unterstützung bei Dialyse
- Spezielle Dialyse-Vitamine mit erhöhtem B-Vitamin-Gehalt
- Phosphatbinder (Sevelamer, Lanthan) – nehmen Sie zu den Mahlzeiten
- Eisen-Präparate (oft intravenös) – gegen Dialyse-Anämie
- Juckreiz-Cremes mit Urea, Polidocanol oder Menthol
Beratung und Unterstützung
Bei apo-versand beraten wir Sie individuell zu allen Fragen rund um Nierengesundheit. Wir prüfen Ihre Medikation auf Nierenschädlichkeit, empfehlen geeignete Präparate und unterstützen Sie bei der Umsetzung Ihrer Therapie. Sprechen Sie uns an – persönlich, telefonisch oder online.
Häufig gestellte Fragen
Woran merke ich, dass meine Nieren nicht richtig arbeiten?
Frühe Stadien verursachen keine Symptome! Warnsignale: Ödeme, dunkler/schaumiger Urin, ständige Müdigkeit,
hoher Blutdruck, häufiges nächtliches Wasserlassen. Lassen Sie Kreatinin und GFR prüfen.
Kann sich eine geschädigte Niere wieder erholen?
Bei akuter Nierenschädigung ja – bei chronischer Nierenerkrankung nein.
Aber: Mit modernen Therapien können Sie das Fortschreiten stoppen oder stark verlangsamen!
Muss ich bei Nierensteinen auf Kalzium verzichten?
Nein, im Gegenteil! Kalzium bindet Oxalat im Darm und verhindert so Oxalatsteine.
Reduzieren Sie stattdessen Oxalat (Spinat, Rhabarber) und Salz.
Wie oft sollte ich als Diabetiker meine Nierenwerte kontrollieren lassen?
Mindestens einmal jährlich: Kreatinin, GFR und Albuminurie. Bei auffälligen Werten häufiger.
Wann brauche ich eine Dialyse?
Meist ab Stadium 5 (GFR < 15 ml/min) oder bei lebensbedrohlichen Symptomen (Überwässerung, schwere Urämie,
Kaliumentgleisung). Die Entscheidung trifft Ihr Nephrologe gemeinsam mit Ihnen.
Kann ich mit Dialyse noch ein normales Leben führen?
Ja! Viele Dialysepatienten arbeiten, reisen und führen ein aktives Leben.
Moderne Dialyseverfahren sind schonend und gut planbar. Peritonealdialyse zu Hause bietet große Flexibilität.
Wie lange muss ich auf eine Spenderniere warten?
In Deutschland durchschnittlich 6–8 Jahre. Lebendspenden (von Verwandten/Partnern) sind schneller möglich
und haben bessere Ergebnisse.
Sind SGLT2-Hemmer auch ohne Diabetes sinnvoll?
Ja! Sie sind seit 2024 auch für chronische Nierenerkrankung ohne Diabetes zugelassen und Kassenleistung.
Sie verlangsamen das Fortschreiten signifikant.
Unser Fazit: Ihre Nieren können Sie schützen
Nierenerkrankungen sind häufig – aber sie sind vermeidbar, frühzeitig erkennbar und heute besser behandelbar denn je. Die wichtigsten Botschaften:
- Prävention: Viel trinken, gesunde Ernährung, Normalgewicht, Rauchstopp, regelmäßige Bewegung.
- Früherkennung: Diabetiker und Risikopatienten sollten jährlich Nierenwerte prüfen lassen.
- Neue Therapien: SGLT2-Hemmer und Finerenon können das Fortschreiten der Nierenerkrankung halbieren!
- Nierensteine: Meist gut behandelbar, Rezidive durch Lebensstil-Änderung vermeidbar.
- Dialyse ist nicht das Ende: Moderne Verfahren ermöglichen gute Lebensqualität, Transplantation ist oft möglich.
Bei apo-versand stehen wir Ihnen mit pharmazeutischer Expertise zur Seite – von der Beratung bei Nierensteinen über die optimale Medikamentenversorgung bei chronischer Nierenerkrankung bis zur Unterstützung bei Dialyse. Ihre Nieren sind kostbar – gemeinsam schützen wir sie.